Tollwut

Die Tollwut ist auch heute noch eine der gefährlichsten Virusinfektionen für Tier und Mensch (Zoonose) und kann sowohl Säugetiere als auch Vögel befallen. Erreger ist ein sogenannter „Rhabdovirus". Die Hauptinfektionsquelle sind wildlebende Fleischfresser, bei uns in erster Linie Füchse.

Die Inkubationszeit (Zeitspanne zwischen der Ansteckung und dem Auftreten von Krankheitszeichen) variiert je nach Eintrittspforte in den Körper zwischen wenigen Wochen und mehreren Monaten.

Tollwutviren werden von infizierten Tieren mit dem Speichel ausgeschieden. Wegen diesem Ausscheidungsweg und der zum Teil übermäßigen Beißwut erkrankter Tiere ist die Infektion durch Biss der Hauptübertragungsweg. Allerdings ist auch eine Wundinfektion möglich.

Das erste Anzeichen dieser Infektion ist häufig eine Verhaltensänderung. So werden scheue Tiere plötzlich ungewöhnlich zutraulich . Daher ist bei jedem ungewöhnlich zutraulichen Wildtier höchste Vorsicht geboten !

In der Folge kann es zu Erregungszuständen kommen. In diesen beiden Stadien sind auch häufig Nervosität, ungewöhnliche Scheu (z.B. beim sonst zutraulichen Haustier), vermehrter Speichelfluß und Schluckbeschwerden zu beobachten. Auch ungewöhnliche Wasserscheue kann auftreten.

Kurz vor dem Tod kommt es dann zu Lähmungen der gesamten Körpermuskulatur.
Der Tod tritt meist innerhalb einer Woche nach Auftreten der ersten Symptome ein.

Da die Krankheitserscheinungen bei Tollwut sehr vielfältig sein können, sollten Sie, falls Sie selbst oder Ihr Tier Kontakt mit einem tollwutkranken oder -verdächtigen Tier hatten, unverzüglich einen Arzt oder Tierarzt aufzusuchen!

Bei Ihnen selbst wird Ihr Hausarzt im Zweifel eine Notimpfung vornehmen (im Gegensatz zu früher gibt es heute recht gut verträgliche und einfach anzuwendende Impfstoffe).

Bei Ihrem Tier hängt das Vorgehen des Tierarztes von verschiedenen Faktoren ab. Wenn der Tierarzt den Verdacht einer Tollwutinfektion hat, muß er unverzüglich den Amtstierarzt einschalten (Anzeigepflichtige Tierseuche). Bei geimpften Tieren ohne Tollwutsymptome kann dieser dann z.B. eine Quarantänezeit anordnen.

Bei ungeimpften Tieren und begründetem Ansteckungsverdacht wird der Amtstierarzt wegen der großen Gefahr für den Menschen häufig die sofortige Tötung des Tieres anordnen.

heimtierausweis7006Gegen diese Maßnahme ist in der Regel jeder Tierbesitzer auch mit rechtlichen Mitteln machtlos. Eine Notimpfung bei einem nicht termingerecht gegen Tollwut geimpften Tier ist verboten! Geimpfte Katzen sind in diesem Fall also rechtlich besser gestellt als ungeimpfte.

Für Auslandsreisen sind die jeweiligen Einreisebestimmungen zu beachten. Eine gültige Tollwutimpfung ist  erforderlich, die für Reisen aus und nach Deutschland (bzw. der ganzen EU) seit 2004 mit dem EU-Heimtierausweis nachzuweisen ist. Für Norwegen, Schweden und die britischen Inseln gelten besondere Bestimmungen.
                                                                                                      
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