Flöhe

Aussehen
Ansteckung
Entwicklungszyklus
Adulte Flöhe
Larvenentwicklung
Puppenentwicklung
 

Wirtssuche
Überwinterung
Juckreiz
Anämie
Flohstichallergie

Flohprophylaxe und - Behandlung

Aussehen

flohFlöhe gehören zur Klasse der Insekten (allgemeines Kennzeichen: drei Beinpaare). Ihr 1-8 mm langer flügelloser Körper ist seitlich abgeflacht und erscheint meist braun gefärbt. Sie besitzen 3 Beinpaare. Das dritte Beinpaar ist als sogenanntes Sprungbein ausgebildet. Die Nahrungsaufnahme (ausschließlich Blut) erfolgt mit stechend-saugendem Mundwerkzeugen, d.h. ein Floh beißt nicht, er sticht.

Ansteckung

Flöhe sind die häufigsten Ektoparasiten bei Hund und Katze. Insgesamt kennt man über 2000 Floharten. Davon spielen bei uns allerdings nur 3 Arten eine Rolle. Dies sind der sogenannte ,,Katzenfloh" (Ctenocephalides felis), der ,,Hundefloh" (Ctenocephalides canis) und der ,,Menschenfloh" (Pulex irritans).

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Der Name ,,Katzenfloh" ist eine echte Artbezeichnung und hat nichts damit zu tun, ob der Floh auf einer Katze oder einem Hund oder anderswo gefunden wurde, d. h. auch auf einem Hund kann man sehr wohl einen Katzenfloh finden. Der Katzenfloh ist sowohl bei Katzen als auch bei Hunden der weitaus am häufigsten vorkommende Floh. In amerikanischen Untersuchungen waren 93 % der Hunde mit dem Katzenfloh infiziert (= befallen) und nur 18 % mit dem Hundefloh. Bei den untersuchten Katzen gehörten sogar mehr als 97% der gefundenen Flöhe zur Spezies Ctenocephalides felis, also Katzenfloh. Der Menschenfloh (Pulex irritans) kommt nur selten bei unseren Haustieren vor.

Entwicklungszyklus

Flöhe haben einen relativ komplizierten Entwicklungszyklus, der vom Ei über mehrere Zwischenstufen - drei Larvenstadien und ein Puppenstadium - zum adulten Floh führt. Der gesamte Entwicklungszyklus des Katzenflohs dauert im normalen Haushalt etwa 3-4 Wochen (Minimal 12 Tage, maximal 174 Tage).

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Adulte Flöhe

Erwachsene Flöhe leben als blutsaugende Parasiten auf unseren Haus- und Heimtieren. Entgegen der häufig anders geäußerten Meinung sind Flöhe weitgehend permanente stationäre Parasiten. Sie verlassen ihren Wirt nur selten freiwillig. Insgesamt kann ein Floh bis zu 100 Tage ununterbrochen auf dem Wirtstier leben.

Sobald der Floh auf ein geeignetes Tier kommt, beginnt er innerhalb von Minuten mit der ersten Blutmahlzeit. Die erste Begattung erfolgt nach 8 bis 24 Stunden. Etwa einen Tag nach der Begattung beginnen die weiblichen Flöhe mit der Eiablage. Täglich können dabei bis zu 100 Eier gebildet werden. Diese sind 0,5 x 0,3 mm groß, permuttweiß und mit bloßem Auge noch gut sichtbar. Die Eier werden ins Haarkleid abgelegt, von wo sie dann innerhalb weniger Stunden abfallen. Die Eier verbreiten sich so in der gesamten Umgebung des Tieres. Die Meinung, wonach der Floh selbst seine Eier in der Umgebung des Tieres ablegt, entspricht nicht mehr dem Stand der Forschung.

Ein großer Teil des aufgenommenen Blutes wird noch während des Saugaktes in nur teilweise verdautem Zustand als sogenannter ,,Flohkot„ wieder ausgeschieden. Er fällt ebenfalls wie die Eier nach kurzer Zeit aus dem Fell des Tieres und dient den geschlüpften Larven als notwendige Nahrungsgrundlage. Außerdem ist der rötlich-braune Flohkot ein wichtiges diagnostisches Mittel zum Nachweis des Flohbefalls auf unseren Heimtieren.

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Larvenentwicklung

Abhängig von Temperatur und Feuchtigkeit entwickeln sich in den Eiern rasch die Larven. Sie schlüpfen nach etwa 1-10 Tagen abhängig von den Umweltbedingungen. Die 2-5 mm langen Larven (Drahtwurm) sind freilebend und ernähren sich vom ,,Flohkot" (dieser ist lebensnotwendig für die Entwicklung der Larven) sowie von organischem Material. Die Larven sind sehr empfindlich gegen Hitze und Austrocknung. Sie bohren sich möglichst tief in Teppiche, Wolldecken, Lagerstätten etc. ein. Aufgrund der Empfindlichkeit gegen Austrocknung ist eine Entwicklung im Freien praktisch nur an schattigen, feuchten Plätzen möglich, die häufiger von Tieren aufgesucht werden. Dies sind die sogenannten ,,Hot spots", also die Lieblingsplätze der Tiere im Schatten. Die Weiterentwicklung der Larven erfolgt über 2 Häutungen zur Drittlarve, die sich dann verpuppt.

Puppenentwicklung

Die Dauer des Puppenstadiums ist sehr unterschiedlich. Unter optimalen Bedingungen (27 C und 80 % Luftfeuchtigkeit) können die adulten Katzenflöhe bereits nach 5 Tagen aus dem Kokon schlüpfen. Normalerweise dauert das Puppenstadium aber ca. 8-10 Tage. Das Schlüpfen aus dem Kokon ist abhängig von bestimmten Außenreizen. Wichtige Reize zum Schlüpfen der adulten Flöhe sind Druck, C02 und Wärme, teilweise auch Vibration. Bleiben diese Stimuli (Reize) aus, kann der fertig entwickelte Katzenfloh im Puppenstadium auch problemlos bis zu 5 Monaten oder sogar noch länger verharren. Das Puppenstadium ist das gegen äußere Einflüsse d.h. auch gegen Insektizide am besten geschützte Stadium im Entwicklungszyklus des Katzenflohs.

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Wirtssuche

Unmittelbar nach dem Austritt aus dem Kokon (Puppe) beginnt der Floh mit der Wirtssuche. Er erreicht sein Wirtstier, in dem er sich zunächst entgegen der Schwerkraft und hin zum Licht bewegt. Die Körpertemperatur, Bewegung und das ausgeatmete C02 des Wirtstieres geben ihm dann seine genaue Ziel-richtung vor. Die Uberlebensdauer des nüchternen Flohs wird häufig übertrieben. Unter normalen Bedingungen beträgt die Überlebensdauer etwa 2 Wochen. Sie bleiben während dieser Zeit weitgehend stationär, d.h. wandern nicht über große Strecken. Häufig sind nicht nur unsere Haustiere das Ziel für ausgehungerte Flöhe auf Wirtssuche, sondern sie fallen auch häufig den Tierbesitzer oder andere Personen an, die eine Wohnung betreten, in der über längere Zeit kein Tier mehr gewesen ist.

Überwinterung

Unter natürlichen Bedingungen ist die Vermehrung der Flöhe im Winter aufgrund der niedrigen Temperaturen sehr stark eingeschränkt. Kein Entwicklungsstadium von Ctenocephalides felis überlebt Temperaturen unter 30 - während 10 Tagen. Die Überwinterung des Katzenflohs erfolgt daher vorwiegend auf dem Wirtstier, also als Adulte. Eine Überwinterung als Puppe oder Larve ist wegen der Temperaturempfindlichkeit nur eingeschränkt möglich.

Allerdings hat sich diese natürliche Situation durch die vermehrte Haltung von Hunden und Katzen in beheizten Räumen sehr stark gewandelt. Durch die warme Innenraumtemperatur findet der Floh das ganze Jahr über günstige Entwicklungsbedingungen in der Umgebung des Tieres. Damit wandeln sich Flöhe vom saisonalen Problem immer mehr zum ganzjährigen Problem.

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Juckreiz

Der Flohstich alleine führt zu Juckreiz, der teilweise sehr heftig werden kann. Meist ist das darauf folgende starke Kratzen des Tieres für den Besitzer der erste Hinweis auf Flohbefall seines Schützlings. Bei einer Entzündung des Flohstiches oder der Kratzstellen kann der Flohbefall auch zu Rötung und Schmerzen führen.

Anämie (Blutarmut)

Die enorme Reproduktionsleistung der Flöhe erfordert eine riesige Blutaufnahme. Im Durchschnitt nehmen weibliche Flöhe das 15-fache ihres Körpergewichtes pro Tag an Blut auf. Das entspricht etwa 1 ml Blut für 72 weibliche Flöhe. Aufgrund des Blutverlustes bei starkem Flohbefall kann es daher zu Anämien und gelegentlich sogar zum Tod des Wirtstieres kommen. Diese schweren Folgen werden verständlicher, wenn man bedenkt, daß 220 Flöhe etwa 10% des Blutes eines 0,5 kg schweren Welpen aufnehmen können und so das Tier innerhalb kürzester Zeit unter einer Blutarmut zu leiden beginnt.

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Flohstichallergie

Die Flohstichallergie ist eine allergische Reaktion auf den Flohspeichel, die meist zu schwerwiegenden Dermatiden beim betroffenen Tier führt. Sie ist die häufigste Allergie des Hundes und kommt auch bei Katzen nicht selten vor. Da die allergische Reaktion nach dem Stich des Flohs bei sensibilisierten Tieren ausgelöst wird, sind z.B. systemisch wirkende Mittel nicht zur Therapie der Flohstichallergie empfehlenswert, weil sie den Floh erst töten, nachdem er gestochen hat.

Durch die allergischen Reaktion auf den Flohspeichel kommt es zu Hautentzündungen (Dermatitiden) in unterschiedlichen Körperregionen (Hals, Rücken, Schwanzwurzel, Bauch), die mit Rötungen, Krusten, Haarausfall und teilweise heftigem Juckreiz einhergehen. Sekundärinfektionen und damit eitrige Dermatitiden sind nicht selten die weitere Folge dieser Erkrankung. Eine der wichtigsten Maßnahmen zu Therapie der Flohstichdermatitis ist die Ursachenbekämpfung, d.h. das Tier vollständig und dauerhaft von Flöhen zu befreien.

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